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#11

Ich liege um neun im Bett und schlafe ein, ohne wirklich einzuschlafen, und wache um eins auf, ohne wirklich wach zu sein und trinke Tee und lese und warte. Wenn es hell wird, ziehe ich mich leise an und laufe auf der Allee, und laufe, bis das Atmen weh tut und mein Gesicht glüht und die Welt vor meinen Augen verschwimmt. Ich weiß nicht, was fehlt. Vielleicht brauche ich Dich, um all die Albernheiten auszusprechen, die die Anderen merkwürdig und kindhaft an mir finden. Vielleicht brauche ich Dich, weil Du mich vom Denken ablenkst.
Vielleicht habe ich Angst. Meine Mutter sagt: "Wir unterstützen Deine Entscheidungen."
... aber Du musst die Entscheidung treffen. Ich möchte mich zwischen meinen Kuscheltieren
verstecken, ich möchte Teil meiner leblosen, formlosen Gemälde werden, oder die schattenhafte, unbedeutende Nebenfigur in einem meiner Lieblingsbücher.
Warum bin ich nicht einer von den Menschen, die genau wissen, was sie wollen?
Warum kann ich mir kein Ziel setzen?
Warum gibt es so unendlich viele Möglichkeiten, dass ich keine nutzen kann, weil sie alle so verlockend scheinen?
Mit einem Kohlestift male ich Schatten auf buntes Kartonpapier. Meine Kunstlehrerin sagt, dass es hilft, zu begreifen, dass die Dinge immer zwei Seiten haben.
Absurd, sagt Lij, wenn man bedenkt, wie viele hundert, tausend Seiten die Dinge haben.
Aber gerade jetzt will ich nicht alles sehen, ich will die Welt einmal in richtig und falsch zerschneiden.
Wenigstens heute noch.
14.7.10 12:01
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andreas / Website (14.7.10 12:47)
Tu es! Zerschneide das Kohleblatt in zwei Teile. Und dann mache die Augen zu und nimm die erste Möglichkeit, den ersten Weg. Es ist wichtig dass es jemanden gibt der so ist wie du. Dein Nebel erweitert unseren Horizont, lässt uns hinter die Dinge sehen. Das was Idioten an dir merkwürdig und kindhaft finden ist das was eigentlich zählt, was dich wichtig und liebenswert macht. Ich liebe dein Blog sehr und hatte schon Sorge du würdest aufhören zu schreiben. Manchmal ist es nicht gut sich ein Ziel zu setzen. Machmal ist es gut du zu sein. Nur du.


(27.7.10 16:44)
Wach auf mein Kind!


Ophelia / Website (9.8.10 03:36)
Ich kann Andreas nur zustimmen. Das Leben ist, als ob du einen dreidimensionalen Würfel zeichnest. Wie viele Seiten von ihm siehst du mit bloßem Auge? Wahrscheinlich drei. Und wieviele Seiten hat der Würfel? Wieviele Seiten des Lebens kennst du? Und wieviele Seiten hat das Leben? Es gibt so viel zu entdecken.

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