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#1

Ich bin Sabeth. Und manchmal Mariella, die Träumerin. Und immer wieder die Katze, die das Puppenhaus verlässt, um die Welt zu sehen.

Über Nacht bin ich erwachsen geworden, auf meinem Personalausweis, und es fühlt sich seltsam an, legal Zigaretten zu kaufen, nicht mehr verstohlen hinter dem Lehrerparkplatz rauchen.
Mein Spiegelbild bleibt unverändert unvernünftig.
Das Leben zerrt und geht in die Knochen, die Welt ist anstrengend und laut und viel zu groß. Wenn ich mich erholen muss, kehre ich zurück ins Puppenhaus, und stelle mir vor, was und wie und wo ich gerne wäre, und drehe die Musik laut auf, bis ich keinen klaren Gedanken fassen kann.
Ich kann mich nicht verlieben, ich verliebe mich in selbstentworfene Konstrukte, in Romantik, die ganz und gar ohne Worte und Berührungen auskommt. Ich kann mich nicht auf mein Herz verlassen, oder auf mein Gefühl, ich kann nicht zulassen, dass man meinen Stolz verletzt. Ich streite zuviel, ich werde schnell zornig, ich wünsche mir mehr Kontrolle über mich. Ich bin unzuverlässig, manchmal lebe ich wochenlang halb im Traum. Ich kann nicht mit Schmerzen umgehen, die ich nicht selbst regulieren kann. Ich bin offen und kann doch nicht sagen, was ich tatsächlich fühle, ich male mir eine Maske auf, weil ich nur so zulassen kann, dass sie über mich lachen, weil sie nicht über mich lachen, sondern über etwas, das es nicht gibt.
Ich habe gelernt, mit meiner Einsamkeit zu leben, Menschen verwirren mich, Nähe ist mir unangenehm. Ich bin zu misstrauisch. Irgendwann möchte ich glücklich sein.

Ich liebe den dunkelgrauen Novemberregen, die bitterkalte Dezemberluft, ich liebe Frühlingsabende und Sommernächte. Ich kann auf nichts verzichten.
Manchmal nehme ich den Regenschirm und schließe die Welt aus, manchmal, wenn ich tief durchgeatmet habe und mutig sein kann, ein bisschen wenigstens, sehe ich mir die Wirklichkeit an.
Ich kann nicht dichten oder singen, ich bin unmusisch, nur in meinem Kopf kann ich alles und das nicht zu wenig. Ich fürchte mich im Dunkeln.
27.6.10 08:04
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gothic-Elfe / Website (27.6.10 17:18)
"ich wünsche mir mehr Kontrolle über mich". Will die nicht jeder haben? Selbstkontrolle ist aber vor allem Selbstständigkeit.

LG Pia


Andreas / Website (28.6.10 06:42)
Auf jeden Fall kannst du wundervoll schreiben, so dass man dich fast sehen kann. Deine Widersprüche faszinieren, sie machen dich besonders. Traurig und berührend ist dieser Text. Sehr sogar. Einiges ist sogar..ich.

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